Zum Saisonabschluss lieferten sich die Handballer des TSV Friedberg und des VfL Günzburg vor 650 begeisterten Zuschauern ein echtes Spektakel. Nach 60 packenden Minuten setzten sich die Herzogstädter mit 33:31 (14:14) durch und beenden die Bayernliga als Zweiter. Die Gäste fallen auf Rang fünf zurück.

Die Günzburger reisten mit zahlreicher und lautstarker Unterstützung an, ihre Anhänger belegten einen ganzen Block der TSV – Halle und machten mit Gesang und Trommeln viel Betrieb. Da wollten sich die Friedberger Fans nicht lumpen lassen, vor einer beeindruckenden Kulisse pushten sich die beiden Fanlager gegenseitig.

Vor dem Spiel verabschiedete der TSV seinen Trainer Mirko Pesic, der nach einem Jahr seinen Posten schon wieder räumen wird. Folgende Spieler werden zudem den Verein verlassen: Michael Schnitzlein, Maximilian Schneider, Felix Augner und Thomas Wagenpfeil, der fast 24 Jahre lang für Friedberg aktiv war. Verletzungen und berufliche Veränderungen lassen für diese Gruppe von Spielern die Fortsetzung ihrer Karriere in Friedberg nicht mehr zu.

Das Derby begann Günzburg mit klaren Vorteilen. Die offensive Abwehr der Gäste bestrafte den zu statischen Ansatz in der Offensive der Friedberger, zahlreiche Ballverluste waren die Folge. Zudem hatte Trainer Hofmeister sein Team sehr gut auf die Kreisanspiele der Herzogstädter eingestellt, diese Waffe blieb am Samstag stumpf.

Defensiv brauchte die Friedberger 6 – 0 – Formation gute 20 Minuten, um in die Partie zu finden. Mehrere unnötige Zeitstrafen schwächten sie zusätzlich, das 5:10 nach 15 Minuten versprach harte Arbeit für den TSV. Seine Abwehr zeigte sich dann aber den Herausforderungen besser gewachsen: Mit nur einem Gegentor in den nächsten zehn Minuten legte er den Grundstein für eine Aufholjagd, die mit dem 14:14 Ausgleich wenige Sekunden vor der Pause erfolgreich endete.

Im zweiten Durchgang war der VfL lange Zeit wieder das bessere Team. Friedberg stand defensiv erneut zu passiv, bis zum 20:24 nach 42 Minuten hatten die Gäste alles im Griff. Angeführt vom nimmermüden Peter Haggenmüller und dem nicht aufzuhaltenden Fabian Abstreiter kam Friedberg aber erneut zurück. Dank des glänzend aufgelegten Keepers Benjamin von Petersdorff und einer defensiven Steigerung führte Friedberg zehn Minuten vor Schluss mit 26:25.

Günzburg hielt das Derby bis in die drittletzte Minute offen. Nach dem 29:29 entschieden die Gastgeber mit drei Toren am Stück in 60 Sekunden aber dieses packende Handballspiel zu ihren Gunsten. Die Saison endete schließlich mit dem 33:31 (14:14) Sieg für den TSV Friedberg, mit dem sich die Herzogstädter Rang zwei in der Bayernliga sichern können. Die Rekordkulisse in der TSV – Halle half auch der Caritas Sozialstation Friedberg. Denn Dr. Hannes Proeller von der Rosenapotheke spendete 1150 Euro, also die Einnahmen aus diesem Abend, für diese soziale Einrichtung.

Trainer Mirko Pesic freute sich über den Sieg in seinem letzten Spiel: „20 Minuten lang hatten wir große Probleme, kämpften uns dann aber zurück. Defensiv haben wir zwar nur phasenweise überzeugt, vorne waren wir oft zu statisch. Aber mit Willen und großem Einsatz haben wir gegen eine ebenbürtige Günzburger Mannschaft doch noch die Wende geschafft. Dieses großartige Handballspiel mit vielen Emotionen sah zwei Teams, die 60 Minuten lang Vollgas gaben, für mich war das ein würdiger Abschluss.“

 

Kraus; v. Petersdorff; Okyere (4); Haggenmüller (4); Thiel (2); Augner (6/3); Loris; Wilken; T. Müller; Koch; Dittiger (4), Abstreiter (9); A. Schneider (4); Prechtl.

 

Domenico Giannino (gia)