Lange Zeit hatten die Friedberger Handballer Probleme mit dem Vorletzten der Bayernliga. Aber mit einer Steigerung im zweiten Durchgang schafften sie schließlich doch einen verdienten 33:26 (14:13) Heimsieg gegen Ottobeuren.

Die Allgäuer schweben in großer Abstiegsgefahr und gerieten früh in Rückstand. Besonders der Friedberger Linksaußen Alexander Schneider zeichnete sich mit präzisen Abschlüssen aus, die Gastgeber waren so rasch mit 4:1 vorne. Doch der frühe Ausfall seines Bruders Maximilian hemmte das Friedberger Angriffsspiel bald. Der Halbrechte war umgeknickt und konnte nach gut zehn Minuten nicht mehr weitermachen.

Ein kurioser Zwischenfall sorgte Mitte des ersten Durchgangs für eine 15 – minütige Zwangspause. Ein krachender Schlagwurf des Halblinken der Gäste war gegen den Pfosten geknallt und hatte die Halterung des Gehäuses vor eine zu große Belastung gestellt. Das Tor war somit nicht mehr ordnungsgemäß gesichert, die Friedberger Ordner mussten schließlich mit einer Bohrmaschine anrücken, um den weiteren Spielbetrieb sicherzustellen.

Diese lange Unterbrechung brachte Friedberg aber komplett aus dem Konzept. Vorne fehlten jetzt das Tempo und die Präzision, hinten bekamen die Gastgeber vor allem den Kreisläufer nicht in den Griff. Der Vorsprung war rasch weg, nach dem 12:11 war Ottobeuren sogar erstmals in Führung. Bis zur Pause drehte der TSV zwar die Partie, hatte aber trotz des 14:13 Zwischenstandes große Probleme mit den Gästen.

Diese setzten sich auch im zweiten Durchgang fort. Souverän war der Auftritt des TSV weiterhin nicht, aber nach und nach stabilisierte sich zumindest die Abwehr. Erst als der gefährlichste Angreifer der Gäste verletzt raus musste, konnte sich Friedberg langsam absetzen.  

Nach dem 25:23 übernahmen die Herzogstädter in der letzten Viertelstunde die Kontrolle. Endlich stand die Abwehr sicher, vorne kehrte die Präzision in den Abschlüssen zurück. Ottobeuren erhöhte jetzt das Risiko und spielte fast alle Angriffe mit einem zusätzlichen Akteur vorne, für den der Torwart vom Feld ging. Das machte es für die Hausherren allerdings sehr einfach, Ballgewinne ausnutzen. Mehrmals traf ein Friedberger jetzt aus der eigenen Hälfte ins leere Gehäuse. Dies verringerte zudem die Gefahr, dass ein weiterer Gewaltwurf zum Torfall von Friedberg führen konnte.

Schließlich gewann der TSV das vorletzte Heimspiel der Saison mit 33:26 (14:13), ohne jedoch zu glänzen. Da der Zweite aus Günzburg gepatzt hat, hat Friedberg nur noch einen Zähler Rückstand auf den VfL.

Trainer Mirko Pesic war nicht mit allem zufrieden: „Wir haben uns gegen einen cleveren Gegner lange schwergetan. Vor allem unsere Abwehr hat mich über weite Strecken nicht überzeugt. Erst in der letzten Viertelstunde konnten wir uns steigern und am Ende doch verdient gewinnen.“

V. Petersdorff; Kraus, Okyere (2); Haggenmüller (6/3); Thiel (2); Augner (4); Loris (1); Wilken (1); T. Müller; M. Schneider (2/1); Tob. Müller (1); A. Schneider (7); Abstreiter (7).

 

Domenico Giannino (gia)